
Wenn Hunde übermäßig jagen, sich aggressiv gegenüber Menschen oder Hunden verhalten, nur wenig Frustrationstoleranz besitzen und dies auch zum Ausdruck bringen, geht die Freude an der Erziehung schnell verloren. Schade eigentlich, denn soziale Reibung gehört genauso zu einer ernsthaften Beziehung wie Harmonie.
In der Verhaltensberatung geht es darum, den Menschen fit zu machen und ihm Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, damit er souverän mit Konflikten umgehen und diese lösen kann. Ein ausführliches Erstgespräch ist der Einstieg, um die Mensch-Hund-Beziehung zu erfassen. Danach wird in circa 4-6 Einzelstunden effektiv an der Lösung der Probleme gearbeitet. Dies geschieht immer lebensnah. Bei Aggressionsproblemen werden zur Ablenkung passende Hunde eingesetzt und so im sicheren Rahmen die ersten Kontakte wieder ermöglicht. Selbst jagdliche Situationen können an einer Hasenzugmaschine trainiert werden.
Verhaltensstörungen bei Hunden sind seltener als gemein hin angenommen.
Oft werden Hunde, die sich zum Beispiel aggressiv gegenüber Artgenossen verhalten, bereits als verhaltensgestört bezeichnet. Aggressionsverhalten ist jedoch Teil des Sozialverhaltens und völlig normal, wenn auch äußerst unerwünscht. Eine Störung beginnt, wenn Verhaltensweisen die eigene Selbsterhaltung, Fortpflanzung und den Selbstaufbau verhindern. Die Hunde leiden unter diesem Verhalten und finden nicht selbständig andere Wege. Zum Beispiel lecken sie sich die Pfoten auf, jagen ihrem eigenen Schatten oder imaginärer Beute hinterher, sind hyperaktiv oder haben Ängste. In solchen Fällen ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll. Unter Berücksichtigung diverser Faktoren wie Aufzucht, Genetik, Sozialisierung, Gewöhnung und Lebensumstände wird in der Verhaltenstherapie der passende Lösungsweg gesucht und das Leiden vermindert. Die Zusammenarbeit mit Tierärztinnen/Tierärzten und TierheilpraktikerInnen ist in Einzelfällen ratsam.
Angst hat viele Gesichter. Leider wird die Therapie von Ängsten häufig auf die Wörter Ignorieren und Desensibilisieren reduziert. Was vergessen wird ist, dass ein ängstlicher Hund während seines Angstverhaltens nicht fressen kann, so dass die Arbeit mit Futter in der Regel schwierig ist. Auch eine systematische Desensiblisierung ist nicht immer möglich. Das alleinige Ignorieren von Ängsten kann bis zur sozialen Verwahrlosung gehen, entzieht Hilfe, wo sie nötig wäre. Ängstliche Hunde brauchen vor allem soziale Unterstützung. Menschen, an denen sie sich orientieren können und die ihnen Sicherheit versprechen. Eine speziell für ängstliche Hunde entwickelte Leinenführigkeit hilft dies zu erreichen. Auf dieser Grundlage werden verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden angewendet. Zur Unterstützung der Gefühlswelt der Hunde beinhaltet dieses Angebot zwei homöopathische Behandlungen und/oder Bachblüten. Das Erstgespräch findet bereits gemeinsam mit der Tierheilpraktikerin Petra Hartmann statt, so dass sich der zeitliche Aufwand in Grenzen hält.
Es gibt Fälle in der Praxis von HundetrainerInnen, die eine Überforderung darstellen. Niemand möchte Kunden falsch beraten und manchmal ist die Verantwortung nur schwer zu tragen. Die Kunden an eine andere Hundeschule zu überweisen, hieße, den Fall zu verlieren und nimmt die Möglichkeit, zu lernen, auch mit schwierigen Hunden oder Kunden zu arbeiten. Die kollegiale Fachberatung setzt an diesem Punkt an. Sie bietet zum einen die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kunden in die Einzelstunde zu kommen und den Verlauf der Beratung zu verfolgen, vielleicht später wieder zu übernehmen. Zum anderen kann die Beratung nach einer einmaligen Begleitung der eigenen Einzelstunde im Gespräch erfolgen. Der positive Effekt für die HundetrainerInnen ist, sie können Ihren Kunden behalten und bekommen darüber hinaus eine fallspezifische Weiterbildung.
Im Vergleich zur kollegialen Fachberatung steht beim Coaching nicht der "Fall" im Vordergrund, sondern die Einstellungen,Fähigkeiten und Empfindungen der HundetrainerInnen. Dieses Angebot kann als ganz persönliche Weiterbildung gesehen werden. In Gesprächen und in Übungen werden zum Beispiel der eigene Beratungsstil und didaktischer Trainingsaufbau reflektiert und durch fachliche Hilfen/Inputs neue Wege aufgezeigt. Hundetraining ist ein Beratungsangebot und BeraterInnen werden mit vielen Themen konfrontiert. Die Verarbeitung der Eindrücke ist nicht immer leicht, die Bilder des Tages erscheinen oft zu unangemessenen Zeiten und beeinträchtigen im schlimmsten Fall das Privatleben. Die Reflexion der eigenen Arbeit kann entlasten. Fragen wie "Warum strengen mich manche Kunden an? Wie strukturiere ich eine Gruppe? Wie gestalte ich meinen Hundeschulalltag und behalte Freude an der Arbeit? Wo liegen meine Stärken und wie kann ich mein Wissen darum nutzen?" können Teil des Coachings sein. In Zusammenarbeit mit Fachleuten können auch Stimmbildung, Rhetorik und Selbstdarstellung thematisiert werden.
Angst vor Hunden ist therapierbar, dafür gibt es verschiedene Angebote, insbesondere die Verhaltenstherapie ist äußerst effektiv. Nach der Therapie kommt das echte Leben und auch wenn die Angst besiegt ist, können Begegnungen mit Hunden noch als unangenehm empfunden werden.
Dieses Trainingsangebot richtet sich an Menschen, die sich nach erfolgreicher Hundephobie-Therapie weiter mit dem Thema Hund auseinandersetzen möchten. Auch Menschen mit Unsicherheiten gegenüber Hunden sind herzlich willkommen. In lebensnahen Situationen wird der Umgang mit unterschiedlichen Hunden geübt. Es wird gezeigt, wie man Hunde einschätzen und mit einfachen Mitteln kontrollieren kann.